Über filmische Bewegtbilder, die sich wirklich bewegen Ansatz einer Interpretationsmethode

Von Florian Härle | Der vorliegende Text verfolgt zwei Ziele, die aufs engste miteinander verknüpft sind. Zum einen gilt es einen Ansatz für eine Interpretationsmethode für Kunstwerke zu entwickeln, die aus den drei Kunstformen Film, Performance und Installation in Interaktion bestehen. Die Grundlage dafür bilden die Aufsätze von Brian O´Doherty über den White Cube. In seiner Publikation Inside the White Cube nimmt der Autor und Künstler eine künstlerisch informierte Perspektive auf kunsttheoretische Inhalte ein und untersucht den Raum, in dem Kunst präsentiert wird. Dabei arbeitet er einen Kontext-Begriff heraus, der den Ansatz zur Interpretationsmethode bildet. Mit dieser Methode wird schließlich das zweite Ziel erarbeitet, die Interpretation der performati-ven Filminstallation Wir lagern uns ums Feuer (1987) der Künstlergruppe Schmelzdahin.

Wahrnehmung, Motorik, Affekt Zum Problem des Körpers in der phänomenologischen und analytischen Filmphilosophie

Von Dimitri Liebsch | Für eine valide Theorie der Bewegtbilder ist eine Auseinandersetzung mit der Frage notwendig, wie der Körper an der Rezeption (und teils auch an der Produktion) solcher Bilder beteiligt ist. In der Filmphilosophie finden sich auf diese Frage bislang zwei nahezu entgegengesetzte Antworten. In der Phänomenologie von Vivian Sobchack ist der menschliche Leib ubiquitär. Sie spricht nicht nur der leiblichen Wahrnehmung einen außergewöhnlichen Stellenwert zu, sondern entwickelt sogar in Analogie zum menschlichen Leib das hochgradig problematische Konzept des filmischen Leibs. Noël Carroll hingegen, ein Vertreter der analytischen Philosophie, zeigt vor allem, inwieweit die körperliche Wahrnehmung und Motorik in der Rezeption bewegter Bilder gerade nicht oder zumindest – verglichen mit typischen Alltagssituationen – völlig anders involviert sind. Darüber hinaus betont er im Gegensatz zu Sobchack die Bedeutung der (körperlichen) Affekte. Zielsetzung des Aufsatzes ist, einerseits diese unterschiedlichen Positionen zu erarbeiten, andererseits sie dialektisch aufeinander zu beziehen und damit ihre Defizite aufzudecken. Augenfällig werden diese insbesondere im Bereich des je zugrunde liegenden zentralen Konzepts (Leib vs. Körper) sowie in der Thematisierung von Multimodalität.

Schärfe, Fläche, Tiefe – wenn die Filmbilder sich der Narration entziehen Bildnischen des Spielfilms als Verbindungslinien der Bild- und Filmwissenschaft

Von Tina Hedwig Kaiser | In speziellen Filmsequenzen entfällt die Übersichtlichkeit von Figur und Grund, die Narration tritt in den Hintergrund: ein Flächen-Tiefen-Paradoxon des Bildes wird rezipierbar. Der Stil der Aufnahme verbindet dabei eine taktile Nahsicht mit einer optischen Fernsicht. Perspektivische Durch- und flächige Aufsicht tritt im bewegten Bild simultan hervor. Im Folgenden wird es um Wahrnehmungsnischen innerhalb des Spielfilms gehen, um auf etwas aufmerksam zu machen, was dieses Kino, oftmals mit einer vollkommen anderen Erzählintention, mittransportiert: das Sehen außerhalb des Handlungsflusses, ein gleichzeitiges Bewusst- und Überwältigtsein den bewegten Oberflächen gegenüber, nicht zuletzt auch im Sinne eines Öffnens des Films hin zur Konzentration auf seine eigentliche Bildarbeit.

Semiologische Überlegungen zu einer Theorie des öffentlichen Raums Textur und Textwelt am Beispiel der Kommunikationsform Kleinplakat

Von Matthias Meiler | Der Beitrag führt verschiedene disziplinäre Überlegungen zusammen, um sie unter dem Dach der Semiologie (L. Jäger) für eine empirisch angeleitete Rekonstruktion dessen, was als ›öffentlicher Raum‹ bezeichnet werden kann, fruchtbar zu machen. Dafür wird anhand der Kommunikationsform (W. Holly) Kleinplakat sowohl die textuelle wie die nicht-textuelle Konstitution des öffentlichen Raums in den Blick genommen und beide in ihrem wechselseitigen Zusammenspiel herausgearbeitet, indem vor allem die sprachlichen, bildlichen und architektonischen Semioseressourcen in ihrer textur- und textwelt-konstituierenden Funktion herangezogen werden (u.a. K. Ehlich).

›Bild‹ Eine Explikation auf der Basis von Intentionalität und Bewirken

Von Claus Schlaberg | Im ersten Abschnitt werden Gründe dafür genannt, Bildsein als mindestens vierstellige Beziehung aufzufassen: als Beziehung zwischen dem Bild (x2), Rezipienteneigenschaften (B), dem Bildgegenstand (x3) und Eigenschaften (M) des Bildgegenstandes. Dabei wird – anknüpfend an Grice, Schiffer und Meggle – zwischen Kommunikativität und Nicht-Kommunikativität (Manipu-lativität) von x2 bzgl. B, x3 und M unterschieden. Im zweiten Abschnitt wird die Rede von ›Zeichen‹ und von ›Bildsein‹ ersetzt durch Explikate, die Eigenschaf-ten bezeichnen, welche relevant dafür sind, dass x2 ein Bild bzgl. B, x3 und M ist – derart, dass deutlich wird, inwiefern Bilder Zeichen sind.

Computer Technology and its Reflection on the Architecture and Internal Space

Von Asmaa Abd Elgawad Elsebae | In computer engineering, micro-architecture, also called computer organization, is the way a given instruction set architecture (ISA) is implemented on a processor. A given ISA may be implemented with different micro-architectures. Implementations might vary due to different goals of a given design or due to shifts in technology. Computer architecture is the combination of micro-architecture and instruction set design. The interaction between computer architecture and technology is examined. To evaluate the attractiveness of particular technologies, computer designs are assessed primarily on the basis of performance and cost. The technology trends discussed concern memory size, design complexity and time, and design scaling. Opportunities and problems to be solved in the years ahead are identified.

Mehr als einfach nur grau Die visuelle Inszenierung von Alter in Nachrichtenberichterstattung und Werbung

Von Julian Wangler | Wir alle sind Teil einer visual culture, in der uns Medien tagtäglich mit Bildern versorgen. Das hat auch Konsequenzen für die allgemeine Vermittlung und Wahrnehmung von älteren Menschen bzw. Seniorität. Abhängig von Genre und Zielgruppe entwerfen Medien die letzte Lebensphase über wiederkehrende bildliche Darstellungs- und Deutungsmuster. Für Alter bedeutet dies, dass es als medienförmiges Konstrukt gezielt funktionalisiert wird. Der nachfolgende Aufsatz stellt die Ergebnisse einer explorativen Studie zur visuellen Inszenierung von Alter in Nachrichtenberichterstattung und Werbung dar.

Semantik und Pragmatik von Körperhaltungen im Spielfilm

Von Doris Schöps | Während semantisierte Körperbewegungen (Gesten) mittlerweile ein etablierter Forschungsbereich sind, wurden semantisierte Körperhaltungen bisher nur randständig erforscht. Im vorliegenden Beitrag werden Grundlagen einer Körperhaltungs-Forschung vorgestellt. Dazu wird zunächst eine semiotische Klassifikation von Haltungs- und Bewegungstypen eingeführt, die sich auf die Merkmale statisch, konventionalisiert, semantisiert und kodiert stützt.