Bilder der Zukunft in Vergangenheit und Gegenwart Wie entstehen Bilder der Zukunft? Wer schafft sie und wer nutzt sie? Bilder als designwissenschaftliche Befragungsform

Von Sabine Foraita | Wie können wir es schaffen, positive Bilder zu gestalten, die sich jenseits von Katastrophen- und Endzeitszenarien der Filmindustrie behaupten? Denken wir an die Zukunft, so haben wir automatisch Bilder im Kopf. Diese Bilder können und werden unser zukünftiges Handeln prägen. Daher ist die Formalästhetik von so genannten Zukunftsbildern ein wichtiges Untersuchungsfeld für die Designwissenschaft. Dabei stellt sich einerseits die Frage, um welche Form von Bildern es sich handelt und andererseits wer diese Bilder generiert. Die Gestaltung der Zukunft ist eine gesellschaftliche Herausforderung und dabei spielt die Visualisierung einer möglichen Veränderung eine große Rolle, um Identifikations- und Projektionsmöglichkeiten aufzuzeigen. Daran zu arbeiten, ist eine vordringliche Aufgabe des Designers.

Die Bilder der Communities Zur Bedeutung von Bildern in Online-Diskursen

Von Thomas Heun | Mit der gestiegenen Nutzung digitaler Medien hat auch die Möglichkeit zur Verbreitung kollektiv-geteilter Bilder zugenommen. Basierend auf dem praxis-theoretischen Modell der Markenkultur, bei dem Marke als Resultat gestalterischer und kommunikativer Akte von Unternehmen und Konsumenten verstanden wird, hat der Autor im Rahmen einer Diskursanalyse von Online-Beiträgen von Brand Communities nachgewiesen, dass die von den Communities verbreiteten Bilder häufig den kollektiv-geteilten kulturellen Orientierungen dieser Gemeinschaften entsprechen. Die Bilder der Communities können demnach als kulturelle Sprechakte verstanden werden, über die Diskurspositionen und kulturelle Bedeutungen der Kollektive transportiert werden und Gemeinschaft (re-)produziert wird.

Bewegtbilder Grenzen und Möglichkeiten einer Bildtheorie des Films

Von Rebecca Borschtschow, Dr. Lars C. Grabbe und Patrick Rupert-Kruse | Die im Dezember 2011 stattgefundene Tagung zu selbigem Thema ist organisiert worden, um eine Lücke in der aktuellen bildwissenschaftlichen Forschung zu schließen, wenngleich es eine Lücke sein mag, der sich die Wis-senschaftlerinnen und Wissenschaftler, die sich explizit mit dem Phänomen des Bildes beschäftigen, kaum bewusst sein mögen. Der vorliegende Tagungsband fokussiert daher die zahlreichen Dimensionen des filmischen Bewegungsbildes in Orientierung an bildwissenschaftlichen Fragestellungen. Dies ist als dringendes Forschungsdesiderat zu sehen, da im aktuellen Diskurs der bildwissenschaftlichen Forschung vor allem das statische Bild im Zent-rum des Interesses steht, während dem Bewegtbild bzw. dem Film bisher nur wenig Aufmerksamkeit zugekommen ist. Dies blieb – wenn auch nur im An-satz explizit bildtheoretisch – den Medien- bzw. Filmwissenschaften vorbehalten.

Schwarzbilder Notizen zu einem filmbildtheoretischen Problem

Von Hans Jürgen Wulff | Schwarz ist die Nacht und Schwarz ist es zwischen Ab- und Aufblenden. Schwarz ist noch kein Bild, obwohl wir die Stimmen schon hören; und Schwarz kann doch ein Bild sein, wenn es zeigt, dass man nichts sehen kann. Schwarzkader ist der Ausgangspunkt des filmischen Bildes, so, wie es unter anderer Perspektive die weiße Leinwand ist. Schwarzkader gehört zu den elementarsten Gestaltungsmitteln des Films, als Teil des photographischen Abbildungsapparates und als rein graphisches Mittel. Aus dem Schwarz der Maske und dem Schwarz und Weiß des eigentlichen Bildes komponiert sich manches Filmbild. Schwarzkader rhythmisiert Bild folgen. Schwarz ist raumlos. Der Beitrag wird versuchen, Facetten des Umgangs mit Schwarzbild zu erfassen und darzustellen.

Filmische Perspektiven holonisch-mnemonischer Repräsentation Versuch einer allgemeinen Bildtheorie des Films

Von Lars C. Grabbe und Patrick Rupert-Kruse | Im Zentrum der Ausführungen steht die Verarbeitung der einzelnen Bildsysteme (Einstellung, Szene, Sequenz, Film) durch den Rezipienten und dessen Syntheseleistung, die die Rezeptionssituation grundlegend bestimmt. Vor allem wird dabei auf die dynamische Struktur des Films hingewiesen, seiner Ausdehnung in der Zeit, die den Begriff des Bildes (als Singular) problematisch macht.

Jenseits der Starrheit des Gemäldes Luchino Viscontis kristalline Filmwelten am Beispiel von Gruppo di famiglia in un interno (Gewalt und Leidenschaft)

Von Marijana Erstić | Die Filme Luchino Viscontis stellen Gilles Deleuze zufolge Beispiele des Kristallbildes dar. Die Kristallbilder manifestieren sich bei Visconti im Einsatz der Spiegel im Film. Ob ein Kristallbild auch dann entsteht, wenn an die Stelle der Spiegel die Gemälde treten – dieser Frage geht der Aufsatz am Beispiel des Films Gruppo di famiglia in un interno (1974) nach.

Bild im Rahmen, Rahmen im Bild Überlegungen zu einer bildwissenschaftlichen Frage

Von Rebecca Borschtschow | The screen as framing is a boundary that forms and positions the image. Georg Simmel considered that the work of art closes itself by its framing against everything exterior. It is a fact, that the motion picture is framed by its edge and by the screen. It is also a fact, that this frame borders the picture. But it is questionable if the picture frame closes the motion picture, as Simmel formulated generally for art.

Arnheim versus Panofsky/ Modernismus versus Ikonologie Eine exemplarische Diskursanalyse zum Verhältnis der Kunstgeschichte zum filmischen Bild

Von Norbert M. Schmitz | Der Aufsatz will am historischen Fall der frühen Filmtheorie untersuchen, welche methodischen Optionen die Kunstgeschichte hinsichtlich der Spezifik des filmischen Bildes bietet. Die vielleicht treffende Unterscheidung ist die zwischen einer Kunstgeschichte als Beschreibung des funktionalen Bildgebrauchs in der neuzeitlichen Kultur, die gewissermaßen in den Bildern der industriell reproduzierbaren Massenmedien nur ihre zwanglose Fortsetzung fand, und einer Ästhetik autonomer Kunst, die sich ja geradezu als Gegensatz zum selben entwickelte.