Gegen die Glaswand schreien: Der Gebrauch der Zuschauerstimme in VR-Filmen zwischen in und off

Von Katharina Fuchs | In Virtual-Reality-Filmen (VR-Filmen) ist die Verwendung einer Erzählerstimme nahezu obligatorisch. Sie ermöglicht es den Zuschauenden, mit der virtuellen Umgebung zu interagieren, ohne die Handlung zu verpassen. Aber was passiert, wenn die Zuschauenden selbst sprechen und durch ihre Stimme mit dem VR-Film interagieren? Werden sie dadurch Teil der Geschichte und des Geschehens? Können sie so leichter und fließender mit der virtuellen Umgebung interagieren? Anhand von zwei Fallbeispielen möchte ich die Hypothese untersuchen, dass die Zuschauerstimme zu einer flüssigeren und “natürlicheren” Interaktion führen kann, die die Zuschauenden emotional und körperlich in die virtuelle Umgebung einbezieht und so ein Gefühl der Immersion erzeugt. Muss die Stimme immer ein immersives Moment schaffen? Oder könnte sie im Gegenteil die unsichtbare Trennung zwischen den Zuschauenden und der virtuellen Umgebung betonen? Die beiden VR-Filme, die in diesem Artikel untersucht werden, setzen den physischen und den virtuellen Raum in Kontrast zueinander und nutzen diesen Kontrast, der durch die Zuschauerstimme hervorgehoben wird, um eine Geschichte von Diskrepanz und Ausgrenzung zu erzählen.

Die Schnittstelle der Virtual Reality und ihr Körper- und Raumbezug im Zusammenhang der Bildrezeption

Von Simon Pfeffel | Ein konzentriertes Eintauchen in die Virtual Reality ist dann möglich, wenn die audiovisuelle Rezeption des virtuellen Panoramas mit den übrigen Sinneswahrnehmungen im Einklang steht. Diesen Körperbezug bereits in der Produktionsphase digitaler Medien mit zu bedenken oder außer Acht zu lassen, kann weitreichende, buchstäblich schwindelerregende Folgen für die darauffolgende Rezeption haben. Indem unterschiedliche künstlerische Ansätze aus dem 20. und 21. Jahrhundert mit Fokus des Körperbezugs von Rezipierenden in den Blick genommen und verglichen werden, bei denen Künstler:innen einerseits mit Überwachungskameras und andererseits mit 360-Grad-Kameras arbeiten, sollen Vergleiche und Unterschiede zwischen den jeweiligen Rezeptionserfahrungen auf Basis der technischen Voraussetzungen herausgearbeitet werden.