Speaking Images of Humanity »The Family of Man« Exhibition as an Exemplary Model of Relational Aesthetic and Pictorial Practice

Von Madeline Ferretti-Theilig und Jochen Krautz | Der Beitrag nutzt ein in der systematischen Kunstpädagogik entwickeltes Modell relationaler Anthropologie, um es kunstwissenschaftlich zu wenden und für die Interpretation eines Kunstwerks heranzuziehen. Dabei wird mit der Ausstellung »The Family of Man« ein Werk gewählt, dessen Intention und Struktur selbst eine Anthropologie thematisiert, die den Menschen als soziales Wesen versteht, das unabdingbar in Selbst-, Mit- und Weltbezügen lebt.

What Must Remain Hidden to Picture-Men Notes on So-Called Semantic Enclaves

Von Hermann Kalkofen | Im zweiten Teil der Philosophischen Untersuchungen (1968) bemerkte Wittgenstein angesichts eines schematischen Gesichts, er verhalte sich zu diesem in mancher Beziehung wie zu einem menschlichen Gesicht, könne »seinen Ausdruck studieren, auf ihn wie auf den Ausdruck des Menschengesichtes reagieren. Ein Kind kann zum Bildmenschen, oder Bildtier reden, sie behandeln, wie es Puppen behandelt« (WITTGENSTEIN 1968: 309). Aus dieser kindlichen Sicht lässt sich zudem erkennen, wohin Bildmenschen blicken, was ihren Blicken prinzipiell zugänglich wäre, was ihnen andererseits, aus projektiv-geometrischen Gründen, verborgen bleiben müsste. Eine semantische Enklave definiert Wallis als »a part of a work of art consisting of signs of another kind or from another system than the signs forming the whole work« (WALLIS 1970: 525).

»Macht braucht Platz!« Eine Untersuchung des Meskel Square in Addis Abeba, Äthiopien

Von Markus C. Mariacher | Im Fokus des Beitrages steht der Prozess, soziale Herrschaftsverhältnisse verstärkt in räumliche Phänomene einzubeziehen. Macht braucht Platz; logistisch gesehen für Masseninszenierungen, sowie durch die politsymbolische und ikonographische Logik des Systems Platz. Der zentrale Platz – als Ikone der Stadt – ist ein Abbild der visualisierten Geschichte und der vergegenwärtigten politischen Lage eines Landes.

Warlords and Presidents Eine Analyse visueller Diskurse in The Situation Room

Von Susana Barreiro Pérez, Marcel Wolfgang Lemmes und Stephan Ueffing | Die vorliegende Arbeit unternimmt eine Analyse des Zusammenhangs von Politik und Militär im zeitgeschichtlichen politischen Diskurs anhand der Fotografie The Situation Room. Hierbei wird es vor allem um die Verflechtungen zwischen ›9/11‹, dem ›war on terror‹ und der gegenwärtigen US-amerikanischen Politik gehen. Zudem werden die ikonologischen Besonderheiten dieser Fotografie als wichtiges zeitgeschichtliches Zeugnis herausgearbeitet. Mit Bezug auf theoretische Ansätze aus dem Bereich der Visual Studies und unter Verwendung der Konzepte des ›Feldherrenblicks‹ und des ›actuarial gaze‹ soll unsere Analyse die These stützen, dass die strategische Kommunikation der Obama-Regierung auf die Konstruktion beziehungsweise den Erhalt einer ›threat society‹ abzielt.

»I saw something white being grabbed« Sexuelle Gewalt in V-J Day in Times Square

Von Jens Amschlinger, Lukas Flad und Jessica Sautter | Die Fotografie V-J Day in Times Square von Alfred Eisenstaedt ist für viele Personen ein Symbol für das Ende des Zweiten Weltkriegs. Diese Arbeit versucht zu belegen, dass trotz erkennbarer Anzeichen von sexueller Gewalt eine genaue kritische Betrachtung in der Rezeption des Bildes bisher nicht stattfand. Um den Stellenwert und die Bedeutung der Fotografie besser zu verstehen, werden daher in einem ersten Schritt ihre Entstehungsbedingungen nachgezeichnet. […]